„Willkommen, Herman." Vater Noone begrüßt seinen Sohn vor dem Hotel (1). Herman inspiziert die Liegewiese, auf der sich die Gäste tummeln können. Im Hintergrund lockt das Meer (2). Auch an Regentagen ist für Unterhaltung gesorgt: Herman tritt im Pfeilwerfen gegen jeden Gast an (3)



Mit 19 denkt er weit voraus: Herman, Boß der „Hermits". Er macht gute Musik und natürlich auch eine Menge Geld. Aber der Junge weiß, daß sein Job keine Lebensversicherung ist: Jetzt kaufte sich Herman ein Hotel, übertrug es seinem Vater und sorgt bei seinen Fans dafür, daß das Haus immer gut besetzt ist in Herne Bay, an der englischen Ostküste, kann man prächtige Seezungen fischen. Aber noch bessere Seezungen ißt man im Hotel „St. George". Das Haus gehört seit dem 17. April einem gewissen Mr. Denis Noone. Warum vor allem junge Leute eineinhalb Stunden lang mit der Eisenbahn von London nach Herne Bay fahren, hat einen anderen Grund: Der Sohn von Mr. Noone ist Herman, Boß der weltberühmten Beat-Gruppe
  „Herman's Hermits". Der Junge hat für seinen Vater 30,000 englische Pfund - rund 315 000 Mark - auf den Tisch geblättert. Weitere 63 000 Mark verschlangen die Renovierungsarbeiten. Trotzdem geht Hermans Rechnung auf. Das Hotel ist eine gute Kapitalanlage für spätere Zeiten. „Keiner weiß, wie lange die Fans den Beat in der jetzigen Form noch mögen", meint der 19jährige Hotelbesitzer Herman. „Heute habe ich Hits. Aber nächstes Jahr? In fünf, in zehn Jahren? Einmal hört das für mich auf. Deshalb das Hotel. Ich hab's meinem Daddy geschenkt. Man kann den eigenen Vater ja nicht gut als Geschäftsführer einsetzen. Später, wenn ich keine Note mehr krächzen kann oder mich niemand mehr hören will, übernehme ich das Ding dann selber!" In einem Reiseführer hört sich das „Ding" dann so an: „Hotel St. George, Herne Bay, Grafschaft Kent, 100 km südöstlich von London. Acht Einzelund 20 Doppelzimmer. Übernachtung mit frühstück 23 Mark, Vollpension 33 Mark. Typisch englische Küche, internationaler Weinkeller. Großer Garten mit Reitpferd und Klettergerüsten für Kinder. Strandlage. Ideal für Angel-und Segelfreunde." Ideal auch für Beatfreunde. Denn Herman ist natürlich Dauergast im „St. George" - wenn seine Zeit es erlaubt. Er hat ein Privat-Appartement im Haus, hochmodern, mit einer Super-Stereo-Anlage für 10 000 Mark. Außerdem denkt er an später und macht sich frühzeitig mit den entsprechenden Handgriffen vertraut. Es gibt wohl keinen Mixer, der so elegant den Cocktailshaker schwingt. Harte Drinks sind Hermans Spezialität. Natürlich nur für Erwachsene. Für Fans mischt Herman am liebsten Cola mit Rum. Und die Fans haben in Scharen bestellt, denn alle wollen einmal bei Herman wohnen.

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